Geschichte des Lengdorfer Fußballs

Die Geschichte des Lengdorfer Fußballs

70 Jahre FC Lengdorf, das bedeutet auch 70 Jahre Fußball in Lengdorf. Aber man kann den FC Lengdorf nicht nur auf Fußball reduzieren. Dies würde der Entwicklung des Vereins und seiner heutigen Ausrichtung nicht gerecht werden. Vielmehr ist es dem FC Lengdorf in seiner 70-jährigen Geschichte gelungen, verschiedene Sportarten unter seinem Dach nicht nur zu integrieren, sondern deren Ausübung zu fördern bzw. erst zu ermöglichen.

Der FC Lengdorf besteht derzeit aus folgenden Abteilungen:

  • Fußball
  • Gymnastik
  • Wintersport
  • Stockschützen
  • Tennis
  • Kinderturnen bzw. Rope Skipping

Hinter diesen Abteilungen verbirgt sich ein vielfältiges Angebot, das beinahe für jeden die Möglichkeit bietet, sich sportlich zu betätigen. Dies wirkt sich auch auf die Mitgliederentwicklung aus. In seinem Gründungsjahr hatte der FC Lengdorf 48 Mitglieder, allein die Fußballabteilung besteht derzeit (Stand: 2018) aus rund 350 Mitgliedern.

Angefangen hat beim FC Lengdorf 1948 alles mit König Fußball. Aber schon in den Jahren vor der offiziellen Vereinsgründung haben sich Anhänger des rudern Leders zusammengefunden und sind diesem Sport nachgegangen. Bereits während des zweiten Weltkrieges, 1942/43, wurde der Gedanke Fußball zu spielen nach Lengdorf getragen. Vor allem Jakob Neumeier war hierbei die treibende Kraft. Das Fußballspielen war zu dieser Zeit aber nur unter äußerst schwierigen Umständen möglich. Ein Ball, stand nur ca. alle vier Wochen zur Verfügung, wenn Jakob Neumeier nach Hause kam. Stangen für ein Tor mussten in einer Nacht- und Nebelaktion beschafft werden. Bei der Sportkleidung schaute es nicht viel besser aus. Es wurde mit allem gespielt, was zur Verfügung stand. Mit Halbschuhen, hohen Schuhen, Lederhosen usw. Trotzdem war man bald soweit, dass man Freundschaftsspiele austrug, z.B. gegen Isen, Dorfen, Oberdorfen und Grünbach. In den letzten Kriegsjahren ging dann nichts mehr. Erst nach Kriegsende im Jahre 1946 fing man langsam wieder an. Mit den Heimatvertriebenen aus dem Osten kam dann der rasche Aufschwung. Unter ihnen waren einige gute und vor allem begeisterte Fußballspieler, die bereits in Vereinen gespielt hatten.

Gegründet wurde der FC Lengdorf, wie bereits erwähnt, offiziell im Jahr 1948 als reiner Fußballverein. In dem damaligen Oberlehrer Zollner hatte man ebenfalls einen Freund des runden Leders. Er war es auch, der immer wieder darauf drängte, einen Verein zu gründen und damit das Fußballspielen in Lengdorf in geordnete Bahnen zu lenken: „Buam, so wuid geht des net“ war ein oft von ihm verwendeter Satz. Das war aber leichter gesagt, als getan. Wo einen Fußballplatz hernehmen? Bei entsprechenden Nachfragen stieß man nicht immer auf Gegenliebe und bekam als Antwort etwa folgendes zu hören: „Wennt’s mehra arbatn dats, brauchats net so vui umananda laffa. Geht’s eine an Boach, da habt’s Platz gnua.“ Man kann darüber aber nicht böse sein. In den damaligen schwierigen Zeiten waren eben andere Dinge wichtiger. Trotzdem gaben die Lengdorfer Fußballfreunde die Hoffnung nicht auf und schließlich gelang es auch, ein Grundstück bei Hammerstadt zu pachten. Nun konnte 1948 der Verein gegründet werden. Erster Vorstand war Otto Pospischil, weitere Vorstandsmitglieder waren Walter Pospischil, Ernst Wilhelmy und Michael Bublak. Das Vereinslokal war beim „Metzgerwirt“, dem heutigen Kindergarten. Umgezogen und gewaschen hat man sich dort im alten Schlachthaus. Mit welcher Opferbereitschaft man bei der Sache war, bezeugte die Tatsache, dass jeder Spieler 20,-DM – für damalige Verhältnisse sehr viel Geld – als Startkapital zur Verfügung stellte.

Jetzt konnte man auch in den Punktspielbetrieb einsteigen. Im September 1948 wurde dann das erste Punktspiel des FC Lengdorf in Moosinning ausgetragen. Die Punktspielpremiere glückte, es gelang ein 5:1 Erfolg. Folgende Spieler waren im 1. Spiel des FCL im Einsatz: A. Kühnel, B. Eisgruber, F. Fitz, P. Greimel, A. Voßwinkel, F. Gründl, G. Meier, J. Fischer, G. Strobl, R. Eixenberger und E. Reich.

Die erste Punkterunde schloss der FCL in der damaligen C-Klasse mit einem Mittelfeldplatz ab.

Unvergesslich sind auch die Fahrten zu den Auswärtsspielen im offenen LKW. Den Transport übernahm zunächst Klaus Stangl und später dann Georg Singldinger. Man kann sich sicherlich vorstellen, welch gute Stimmung dabei nach einem Sieg auf der Heimfahrt herrschte.

Aber bereits 1949, im ersten Jahr nach der Vereinsgründung, zogen dunkle Wolken am Lengdorfer Fußballhimmel auf. Nach internen Querelen in der Vereinsführung benötigte man eine neue Vorstandschaft. Josef Osterloher erklärte sich bereit, diese Amt vorübergehend zu übernehmen. Aber das Ungemach für den noch jungen Verein ging weiter. Der Pachtvertrag für den Fußballplatz bei Hammerstadt wurde gekündigt und der FC Lengdorf stand wieder einen Fußballplatz da.

Daraufhin begann Ende 1949 die Ära Anton Schmid beim FC Lengdorf. Er übernahm das Amt des ersten Vorstands. Ihm zur Seite standen zweiter Vorstand Josef Kierner, Kassier Josef Fischer sen. und Schriftführer August Niklas.

Nach zähen Verhandlungen gelang es ihm, von Leonhard Stangl und Kaspar Eixenberger ein Grundstück Am Eschbaum zu pachten. Tatkräftig mitgewirkt haben dabei schon der spätere Ehrenvorstand Josef Fischer und Ehrenmitglied Rudi Eixenberger, die die Verhandlungspartner an einen Tisch brachten. So ohne weiteres gingen die Grundstücksverhandlungen nicht über die Bühne. Eixenberger konnte sich den Ausfall von einem Tagwerk eigentlich nicht leisten. Als Ausgleich überließ ihm Stangl ein Grundstück beim Erber, das er allerdings nicht mit der Maschinen mähen konnte. Beim Eixenberger musste man nun mit der Kuh bis zum Erber fahren, um Futter zu holen, anstatt nur vor die Haustüre zu gehen. Der Dank konnte hierfür nicht groß genug sein.

Jetzt waren wieder die Vereinsmitglieder gefragt, denn der Platz musste angelegt werden. Vor allem Ballfangzäune waren nötig, da der Platz an drei Seiten von der Isen umgeben war. Sie konnten jedoch auch nicht verhindern, dass man viel Zeit damit verbrachte, den Ball aus dem Wasser zu fischen. Außerdem benötigte man auch noch eine Brücke über die Isen. Diese Brücke ging aber des Öfteren zu Bruch, sei es wegen Hochwassers oder wegen zu starker Beanspruchung. Aus dieser Zeit stammt auch folgende kuriose Geschichte: Einmal verfolgte ein wütender Lengdorfer Fußballfan einen Anhänger der gegnerischen Mannschaft. Genau in dem Augenblick, in dem er mit seinem Regenschirm zuschlagen wollte, stürzte die Brücke unter ihm ein.

Für die Spieler selbst gab es ebenfalls keinerlei Komfort. Als Umkleidemöglichkeit diente die Schuhmacherwerkstatt der Familie Eixenberger, als Waschmöglichkeit deren Waschküche und das fast ein Jahrzehnt lang. Nach der Erstellung des neuen Platzes stand jetzt die Aufbesserung der Vereinskasse im Vordergrund. Man ließ sich hierzu allerhand einfallen und es wurden diverse Veranstaltungen durchgeführt, u.a. auch ein großes Radrennen (1952). Auf sportlichem Gebiet bewegte man sich in der C-Klasse mit unterschiedlichem Erfolg. 1953 konnte der FC Lengdorf seinen ersten Höhepunkt vermelden und schaffte den erstmaligen Aufstieg in die B-Klasse. Diese Klasse konnte man bis 1959 halten.

Der Aufstieg brachte aber auch Probleme mit sich. Es war nötig eine zweite Mannschaft aufzustellen, da alle anderen B-Klassenvereine ebenfalls über eine Reservemannschaft verfügten. Man war nun auf die Unterstützung von Spielern aus den Nachbarorten angewiesen. Dabei gab es besonders bei kurzfristigen Spielan- oder absetzungen Schwierigkeiten bei der Verständigung der Spieler. Die meisten Spieler waren noch nicht telefonisch erreichbar, sondern mussten persönlich aufgesucht werden. Unser späterer Vorstand Josef Fischer legte dabei einige Kilometer mit dem Rad oder Mofa zurück. Es konnte auch schon mal passieren, dass – kaum hatte er alle Spieler verständigt – der Gegner das Spiel wieder absagte. Dann musste er erneut seine Runde drehen.

Auch das Training verlief damals noch nicht so geordnet. Vor allen Dingen hatte man keinen festen Trainer, sondern man traf sich einmal in der Woche zum Training. Es gab lediglich einen Spielausschuss, der in Streitfällen zu schlichten hatte. Mit dem Platz gab es in der Folgezeit immer wieder Ärger, weil er durch Überschwemmungen öfters arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, wie z.B. 1954. Damals bat man sogar die Totostelle des Bayerischen Fußballverbandes um eine Unterstützung, um den Platz wieder spielbar machen zu können. Es waren unter anderem die Brücke weggeschwemmt, ein Torpfosten geknickt und die Tornetze mitgerissen worden. Schäden, die es zu reparieren galt.

Groß war die Erleichterung in den Reihen der Lengdorfer Fußballer, als man 1956 erfuhr, dass Josef Osterloher bereit ist, ein Grundstück für die Errichtung einer Sportanlage zur Verfügung zu stellen. Mit tatkräftiger Unterstützung der Gemeinde, unter dem damaligen Bürgermeister Wurmsam, konnte man dieses Grundstück ab 1957 zunächst für sechs Jahre pachten. 1963 kaufte die Gemeinde Lengdorf schließlich dieses Grundstück. Nun hatten die Lengdorfer Sportler endgültig eine feste Heimat. Dieses Grundstück bildet auch heute noch das Kernstück der Lengdorfer Sportanlage.

Zunächst galt es aber wieder einmal einen Fußballplatz anzulegen. Dies war gar nicht so einfach, denn die Wiese war mit meterhohen Wellen und Gräben durchzogen. Das Gelände musste eingeebnet und die Gräben verröhrt werden. Als es Vorstand Anton Schmid gelungen war, einen amerikanischen Bulldozer aufzutreiben, wurde dieser bereits nach ein paar Tagen wieder abgezogen. Der Fahrer hatte ohne Einverständnis seiner Firma gehandelt. Es dauerte Wochen, bis man wieder eine Raupe gefunden hatte. Allerdings war es eine sehr kleine Raupe, mit der man den Platz mehr schlecht als recht fertig planieren konnte.

Ende 1957 war es dann geschafft und das erste Punktspiel konnte auf dem neuen Platz ausgetragen werden. Am 03.11.1957 hatte man wieder einmal den FC Moosinning zu Gast. Die Punktspielpremiere auf dem neuen Platz glückte zur vollsten Zufriedenheit der Lengdorfer. Moosinning wurde klar mit 5:2 geschlagen.

Dennoch herrschte noch nicht eitel Sonnenschein beim FC Lengdorf, denn es standen keine Wasch- und Umkleideräume am neuen Platz zur Verfügung. Wiederum hatte Anton Schmid die rettende Idee und handelte ganz pragmatisch. Er stellte kurzerhand seinen alten Hühnerstall als Umkleideraum zur Verfügung. Allein der Transport zum Sportplatz war schon eine kleine Sensation. Mit ca. 20 Mann wurde der Stall auf einen Hänger gehievt und nach Lengdorf transportiert. Der Hühnerstall wurde in der Mitte abgeteilt und mit zwei Türen versehen. Fertig waren zwei Umkleideräume mit je ca. 6qm². Später kam noch ein kleiner gemauerter Waschraum mit Toilette dazu. Für damalige Verhältnisse war dies durchaus komfortabel, auch wenn man heute darüber lächelt.

Beim FC Lengdorf hätte man zwar gleich größer bauen wollen, das wäre aber zu teuer gewesen. Allein der Sportplatzbau hatte ohnehin schon 13.819,14 DM verschlugen, wozu der FC Lengdorf 3.426 DM an eigenen Barmitteln beisteuern konnte. Eine stolze Summe für diese Zeit.

Am 15.08.1958 folgte dann die offizielle Platzeinweihung. Vormittags wurde der Platz nach einer Gemeinschaftsmesse feierlich von Herrn Pfarrer Kohlschmid geweiht. Nachmittags standen Fußballspiele auf dem Programm. Hierbei unterlag Lengdorfs Erste dem TSV Dorfen mit 0:3. Den Abschluss dieses Tages bildete am Abend ein großer Sportlerball. Diese Einweihungsfeier war ein Höhepunkt in unserer Vereinsgeschichte. Sie machte auch deutlich, dass immer weitere Bevölkerungsschichten den Verein akzeptierten und ihm nicht mehr ablehnend gegenüberstanden. Ein neuer Platz garantiert aber noch keinen sportlichen Erfolg. Der FC Lengdorf entwickelte sich Ende der 50er-Jahre zu einer Fahrstuhlmannschaft von der C- in die B-Klasse.

In dieser Zeit haben sich die Verantwortlichen des FC Lengdorf auch zu einer gezielten Nachwuchsförderung entschlossen. Man hatte erkannt, dass man ohne eigene Jugendarbeit fußballerisch nicht bestehen konnte. So wurde 1957 zuerst eine Jugendmannschaft auf die Beine gestellt. 1959 folgte dann auch eine Schülermannschaft.

Trotzdem waren die Fußballer auf sportlichem Gebiet weiterhin zunächst nicht so erfolgreich. Nach dem Aufstieg in die B-Klasse 1960 mit 44:8 Punkten und 117:26 Toren folgte bereits ein Jahr drauf 1961 der sofortige Wiederabstieg, nachdem man in zwei Entscheidungsspielen gegen den TSV St. Wolfgang es nicht schaffte, den Klassenerhalt zu sichern. Im ersten Spiel trennte man sich zwar noch mit 4:4, das zweite Spiel ging dann aber mit 0:2 verloren.

1961 war auch in anderer Hinsicht ein einschneidendes Jahr für den FC Lengdorf. Der langjährige, überaus erfolgreiche erste Vorstand, Anton Schmid erklärte aus gesundheitlichen Gründen nach 12 Jahren seinen Rücktritt. Nun galt es wieder einen fähigen Mann für dieses wichtige Amt zu finden. Man stieß dabei auf Gründungsmitglied Josef Fischer jun., der bis dahin schon sehr viel für den Verein getan und damit bewiesen hatte, dass er in der Lage war, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen und damit für den Beginn einer neuen Ära stehen sollte. Am 10.03.1961 wurde folgende neue Vorstandschaft gewählt:

  • 1. Vorstand: Josef Fischer jun.
  • 2. Vorstand: Johann Hingerl
  • Kassier: Josef Fischer sen.
  • Schriftführer: Ernst Wilhelmy

Kurze Zeit drauf stellte sich auch schon der sportliche Erfolg beim FC Lengdorf ein. 1962 gelang der ersten Mannschaft die Rückkehr in die B-Klasse. Man hatte sich damit endgültig aus der C-Klasse verabschiedet. Als Aufsteiger schaffte die junge Mannschaft auf Anhieb den dritten Platz in der B-Klasse.

Am 13.07.1963 übernahm Peter Greimel das Amt des zweiten Vorstands. Er bestimmte bis 1977 gemeinsam mit Josef Fischer die Geschicke des Vereins.

Finanziell sah es zu dieser Zeit nicht so gut aus. Mit den eingehenden Mitgliedsbeiträgen konnte man keine großen Sprünge machen. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass man 1966 beschloss, die Monatsbeiträge von 0,50 DM auf 0,80 DM zu erhöhen.

Trotz der leeren Kassen machte man sich Gedanken über die Räumlichkeiten am Sportplatz. Es breitete sich wieder Baufieber beim FC Lengdorf aus. Der umgebaute Hühnerstall entsprach nicht mehr den Erfordernissen der Zeit und man entschloss sich zu einem Neubau.

Zunächst wurden Zuschussanträge an die Gemeinde, den Landkreis, den BLSV usw. gestellt. Als von diesen Stellen finanzielle Zusagen gemacht wurden, machte man sich an die Arbeit. In finanzieller Hinsicht ging man dabei schon ein Risiko ein, denn der Verein verfügte nur über Eigenkapital in Höhe von sage und schreibe 136 DM. Unser Vorstand Josef Fischer hat damals schon eine gehörige Portion Mut bewiesen. Allen war klar, dass die zugesagten Mittel höchstens für die Rohmaterialien reichen würden. Man musste also wieder einmal auf die Eigenleistung der Mitglieder setzen und konnte sich, wie so oft beim FCL, darauf verlassen.

Am 22.08.1967 wurde der Bauantrag für die Errichtung eines Sportheims gestellt. Bereits Ende des Jahres 1968 konnte man das Richtfest feiern. Bis dahin hatten die Mitglieder bereits 1.833 freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Allen voran die Vorstandschaft. Bevor es soweit kommen konnte, mussten zuerst einige Schwierigkeiten überwunden werden. Das neue Sportheim konnte nicht an der geplanten Stelle errichtet werden, da es dem Bau der Verbindungsstraße Lengdorf – Walpertskirchen im Wege war. Die Gemeinde half hier spontan und kaufte ein neues Grundstück. Aber auch hier musste man zuerst noch eine Sondergenehmigung vom Straßenbauamt einholen, da das neue Grundstück noch zu nahe an der neuen Straße lag. Die heutige Kreisstraße Lengdorf-Walpertskirchen erwies sich auch bei späteren Bauvorhaben des FC Lengdorf als Hindernis.

Um etwas mehr Geld in die Vereinskasse zu bringen, wurden die Beiträge nochmals erhöht. Diesmal auf 1,50 DM im Monat. Dafür versuchte man den Mitgliedern auch etwas zu bieten. 1969 wurde noch während er Bauarbeiten für das neue Sportheim eine Flutlichtanlage angeschafft. Die Flutlichtpremiere am 29.09.1969 missglückte aber. Die Lengdorfer mussten sich dem TSV Ebersberg mit 3:4 geschlagen geben.

Pfingsten 1970 war es dann soweit. Nach zweijähriger Bauzeit konnte das neue Sportheim endlich eingeweiht werden.

Aber auch hier gab es Schwierigkeiten zu überwinden. Am Pfingstsamstag 1970 brach ein Hagelunwetter mit z.T. taubeneigroßen Hagelkörnern über unsere Gemeinde herein. Der Fußballplatz war kniehoch überflutet. Wegen des enormen Wasserdrucks mussten die Kellertüren des neuen Sportheims geöffnet werden. Unsere Mitglieder hatten nochmals alle Hände voll zu tun, damit die Einweihung über die Bühne gehen konnte. Bis zur Einweihungsfeier am Pfingstmontag hatte man dann die schlimmsten Spuren des Unwetters bereits wieder beseitigt und das Sportheim konnte mit einem Festgottesdienst auf dem Sportplatz durch Herrn Pater Prell geweiht werden.

Für dieses von einem kleinen Landverein geschaffene Werk, erhielt man von allen Seiten viel Lob und Anerkennung. Die Gesamtkosten für das neue Sportheim beliefen sich auf ca. 180.000 DM. 89 Mitglieder leisteten insgesamt 6.607 freiwillige Arbeitsstunden.

Aus sportlicher Sicht wird den älteren Mitglieder und Anhängern des FCL vielleicht noch der Gewinn des Josef-Dichtl-Gedächtnispokalturniers des TSV Isen in Erinnerung sein. 1971 gewannen die Lengdorfer, nach 1967 und 1968, zum dritten Mal dieses Turnier, was mit einem Autokorso durch Lengdorf gefeiert wurde. Außerdem wurde zu dieser Zeit die Seniorenmannschaft ins Leben gerufen – genauer gesagt am 22.04.1967 – und ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der Lengdorfer Fußballer.

1972 folgte ein weiterer, wichtiger Schritt und Meilenstein für den Verein. Der FC Lengdorf wurde am 21. Juni 1972 ins Vereinsregister eingetragen und darf seither das Kürzel e.V. im Vereinsnamen führen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren die mittlerweile hohen Summen, die man umsetzte.

Das 25-jährige Vereinsjubiläum feierte der FC Lengdorf 1973 im Rahmen eines Fußballpokalturnieres mit den Nachbarvereinen. Das Turnier gewannen die Gastgeber vor Kirchasch, Walpertskirchen und Isen. Auch die Erfolge der Reservemannschaft können sich sehen lassen. Ihr gelang es, in den Jahren 1971/72, 1973/74 und 1975/76 den Meistertitel in ihrer Klasse zu erringen.

Ein sportlich sehr erfolgreiches Jahr für den FC Lengdorf war 1977. In diesem Jahr konnte man in Lengdorf gleich drei Meistertitel feiern. Die damals noch bestehende Tischtennismannschaft schaffte den Aufstieg in die Bezirksliga II und die Fußball-A-Jugendmannschaft wurde Meister in ihrer Gruppe. Den größten Erfolg hatte aber die erste Mannschaft. Sie wurde Meister der B-Klasse und schaffte damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die A-Klasse (die heutige Kreisliga). Sicher werden sich noch viele an das entscheidende Spiel in Walpertskirchen erinnern. Mit 3:1 behielt unsere Mannschaft die Oberhand. Der Aufstieg war auch ein Verdienst der beiden Trainer Martin Hobmeier und Alfons Zimmermann. In der Vorrunde hatte Hobmeier das Zepter in der Hand. Durch sein gutes Vorbereitungsprogramm legte er den Grundstein zum Erfolg. Leider musste er zur Winterpause aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufgeben. Nun übernahm kurzerhand Zimmermann das Training. Er ließ sich nicht mehr vom Erfolgskurs abbringen.

Im Juli 1977 kam es zu einer Änderung in der Vorstandschaft. Der langjährige zweite Vorstand Peter Greimel trat von seinem Amt zurück. Für ihn rückte der bisherige Kassier Rudolf Eixenberger nach. Als neuer Kassier wurde Ludwig Litzlbeck gewählt. Diese Vorstandschaft, weiterhin mit Josef Fischer an der Spitze, blieb lange Jahre zusammen. Ein Zeichen für ihre gute Arbeit.

Mit dem sportlichen Erfolg kamen auch Überlegungen zum Ausbau des Sportgeländes. Angetrieben durch den Gedanken, neben dem Fußball neue Sportarten im Verein aufzunehmen. Geplant waren zunächst zwei Tennisplätze, zwei Asphaltstockbahnen, eine Laufbahn und ein Trainingsplatz für die Fußballer. Beim Baubeginn 1977 rechnete man mit Gesamtkosten in Höhe von 217.000 DM. Die ersten Bauabschnitte konnten auch sofort in Angriff genommen werden. Leider verzögerte sich dann der Baufortschritt durch langwierige Grundstücksverhandlungen und erst 1983 konnte die gesamte Anlage fertiggestellt werden. Inzwischen war noch ein dritter Tennisplatz dazugekommen. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf etwa 350.000 DM. Die Vereinsmitglieder haben durch ihren erneuten nimmermüden Einsatz in 5.200 freiwilligen Arbeitsstunden dazu beigetragen, dass sich die Baukosten nicht noch mehr erhöht haben.

1978 konnte der FC Lengdorf auf sein 30-jähriges Bestehen zurückblicken. Da der Verein durch die Bauarbeiten schon stark in Anspruch genommen war, wurde auf einen größeren Rahmen verzichtet und begnügte sich mit einem Fußballpokalturnier. Das große Fest holte man dann 1983 nach. In der Zeit vom 16.-19.06.1983 wurden die neuen Sportanlagen mit einem großen Fest eingeweiht. Dieses Fest fand regen Zuspruch bei der Bevölkerung.

Auf sportlichem Gebiet machte der FC Lengdorf in dieser Zeit ein Wechselbad der Gefühle durch. In den ersten Jahren in der A-Klasse lief es eigentlich recht gut und die Lengdorfer konnten sich einige Saisons in der A-Klasse behaupten. Spielertrainer Franz Mittermaier hatte gute Arbeit geleistet, sowohl als Trainer als auch als Spieler. Er war ein gefürchteter Mittelstürmer, der viele wichtige Tore für die Lengdorfer erzielte.

Mit Beginn der Saison 1980/81 begann für den FC Lengdorf aber eine richtige Pechsträhne. Mittermaier fiel wegen einer schweren Verletzung für längere Zeit aus. Die Lengdorfer erholten sich aber trotzdem von ihrem miserablen Saisonstart, mit nur einem Punkt aus sechs Spielen, und verschafften sich eine gute Ausgangsposition für die Rückrunde. Nun aber kam der nächste schwere und traurige Schicksalsschlag für die Lengdorfer, welcher den gesamten Verein in Schockstarre versetzte. Spielertrainer Franz Mittermaier kam 1981 durch einen Autounfall auf der Heimfahrt vom Training ums Leben. Der FC Lengdorf verlor mit ihm nicht nur einen guten Trainer und Spieler, sondern auch einen hochgeschätzten Kameraden, der bis heute beim FCL unvergessen bleibt.

Johann Glaser, der früher selbst aktiver Fußballer in Lengdorf war, übernahm nun das Traineramt. Auf ihn wartete eine sehr schwere Aufgabe. Immer wieder fielen wichtige Spieler durch Verletzungen aus. Am Ende der Saison mussten die Lengdorfer dann ein Entscheidungsspiel um den Abstieg bestreiten. Hier unterlagen sie dem FC Hertha München mit 3:0 und mussten nach 4 Jahren wieder den Weg in die B-Klasse antreten.

Gespannt war man nun auf der Auftreten der Lengdorfer in der B-Klasse. Als Ziel hatte man sich natürlich den sofortigen Wiederaufstieg gesetzt, zumal man sich auch noch verstärkt hatte. Dann aber kam die herbe Überraschung. Nach vier Spieltagen fand man sich mit 1:7 Punkten nach einem klassischen Fehlstart auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder. Der Traum vom Wiederaufstieg schien ausgeträumt zu sein. Die Mannschaft hatte sich nun aber zusammengespielt und legte eine unglaubliche Serie von 22 Spielen ohne Niederlage hin. Nach dem 11. Spieltag stand der FC Lengdorf zum ersten Mal an der Tabellenspitze. Diesen Platz gab man nicht mehr aus den Händen und am Ende der Saison 81/82 wurde unsere Mannschaft überlegen, mit neun Punkten Vorsprung, Meister. Der Wiederaufstieg mit Trainer Johann Glaser war geschafft. Die Lengdorfer sorgten zunächst für Furore in der A-Klasse und am Ende der Saison 82/83 landeten sie auf dem siebten Platz.

Den bis dato größten sportlichen Erfolg konnten die Lengdorfer Fußballer in der Saison 1983/84 verzeichnen. Zunächst aber musste man einen neuen Trainer suchen, nachdem Johann Glaser sein Amt niedergelegt hatte. Der FCL wurde dabei in den eigenen Reihen fündig. Der bisherige Jugendtrainer Peter Pointner übernahm die Betreuung der Herrenmannschaften. Er erwischte als Neuling dabei gleich einen Einstand nach Maß. Die Lengdorfer spielten in dieser A-Klassen-Saison von Anfang an an der Tabellenspitze mit. Am Ende der Saison stand die Mannschaft hinter Langengeisling auf dem zweiten Platz und hatte sich damit für die Entscheidungsspiele um den Aufstieg in die Bezirksliga qualifiziert. Im ersten Entscheidungsspiel hieß der Gegner in Moosburg TV Münchsmünster. Nach der regulären Spielzeit stand es gegen den Bezirksligisten 1:1 und man musste in die Verlängerung, bevor man das Spiel schließlich mit 3:1 gegen den Favoriten für sich entscheiden konnte. Es durfte in Lengdorf weiter von der Bezirksliga geträumt werden. Im zweiten Spiel musste man in Aschheim gegen den TSV Eintracht Karlsfeld antreten. Dieses Spiel war dann allerdings das Ende der Lengdorfer Träume, denn unsere Mannschaft unterlag knapp mit 1:0 und blieb in der A-Klasse.

Weitere sportliche Höhepunkte in der Lengdorfer Fußballgeschichte waren die beiden Freundschaftsspiele Mitte der Achtziger Jahre gegen den TSV 1860 München. Vor einer großen Zuschauerkulisse zog sich der FC Lengdorf hierbei jeweils recht achtbar aus der Affäre.

Nachdem im Laufe der Zeit mit Tennis, Ski, Stockschießen und der Damengymnastik weitere Sportarten beim FC Lengdorf hinzukamen und diese bereits eigene Abteilungen innerhalb des FCL wurden, waren 1986 die Fußballer soweit und es wurde Zeit, eine eigene Abteilung Fußball innerhalb des Vereins zu gründen. Hierfür waren überwiegend organisatorische und betriebliche Aspekte für ihre Gründung ausschlaggebend und damit der Ausgliederung aus dem Hauptverein. Am 27.06.1986 versammelten sich 45 Fußballer im Sportheim und beschlossen die Gründung der Fußballabteilung.

Folgende 1. Abteilungsleitung wurde dabei gewählt:

  • 1. Abteilungsleiter: Anton Bauer
  • 2. Abteilungsleiter: Peter Pointner
  • Kassier: Ludwig Litzlbeck
  • Schriftführer: Alfred Hibler

Das Jahr 1988 stand dann ganz im Zeichen des 40-jährigen Gründungsfestes des FCL, vom 16.-20.06.1988 wurde gefeiert.

Bedingt durch die neuen Abteilungen wuchs auch die Zahl der aktiven Sportler in Lengdorf. Das 1970 eröffnete Sportheim platzte schon wieder aus allen Nähten, die Ausgaben für Reparaturen häuften sich und die sanitären Einrichtungen reichten bei weitem nicht mehr aus. Es musste gehandelt werden. Deshalb wurden 1989 zusammen mit der Gemeinde Lengdorf, vertreten durch Bürgermeister Rübensaal, erste Überlegungen zur Gestaltung des Sportheims und die Ausweitung des Sportgeländes im Zuge des Schul- und Turnhallenbaus angestellt. Ein Problem dabei war der noch bestehende Bahndamm. Helmut Lichtmannecker, der 1989 das Amt des zweiten Vorstands von Rudolf Eixenberger im Hauptverein übernahm, engagierte sich stark für den Sportheimbau. Letztendlich entschied man sich 1990 dafür, den nicht unterkellerten Teil des Sportheims abzureißen und es an gleicher Stelle, diesmal aber mit Keller, wieder zu errichten. Diese Lösung hatte den Vorteil, dass keine anderen Sportanlagen verlegt werden mussten.

Sportlich gab es in dieser Zeit kaum Veränderungen bei den Fußballern. Trainer Peter Pointner schwang weiterhin das Trainingszepter und sorgte dafür, dass sich der FCL in der A-Klasse etablieren konnte. Nach 5 Jahren Arbeit sah er aber die Zeit für eine Ablösung gekommen. Die neue Abteilungsleitung konnte 1988 dann Jakob Deuschl für das Traineramt gewinnen, der bis dahin als Torjäger beim FC Erding aktiv war. Deuschl zeigte als Spielertrainer auch in Lengdorf gute Leistungen vor dem gegnerischen Gehäuse. Am Ende der Saison 1989/90 qualifizierte sich der FCL hinter dem FC Eitting wieder einmal für die Aufstiegsspiel zur Bezirksliga, verlor aber gleich das erste Duell in Allershausen gegen den FSV Harthof mit 1:2. Der Traum von der Bezirksliga platzte also wieder einmal. Auch im dritten Jahr unter Trainer Deuschl spielte man im vorderen Mittelfeld mit. Nach 3 Jahren trat Deuschl allerdings überraschend zurück, kam aber zur Rückrunde 1995 noch einmal interimsmäßig zurück, und so konnte man 1991 Manfred Heilmeier von der BSG Taufkirchen als Spielertrainer verpflichten. Bis heute einmalig blieb die Saison 1993/94, nicht nur, weil man mit Stefan Scholler einen neuen Spielertrainer aus Langengeisling holen konnte, sondern weil die Fußballer aufgrund des Sportheimneubaus alle ihre Heimspiele auf fremden Platz in Kirchasch austragen musste.

Durch die Fertigstellung der neuen Schulturnhalle 1990 erlebte der FC Lengdorf einen weiteren Aufschwung und bot unseren Fußballern bei winterlichen Verhältnissen eine angenehme Alternative.

In der Folgezeit war man damit beschäftigt, die Finanzierung für die geplanten Baumaßnahmen sicherzustellen, denn man wollte auch gleich noch den bestehenden Fußballplatz grundlegend sanieren. Die geschätzten Kosten hierfür beliefen sich auf über 1 Mio. DM, was für großes Kopfzerbrechen bei den Entscheidungsträgern sorgte. Für das Grundstück auf dem das Sportheim steht, wurde ein Erbpachtvertrag mit der Gemeinde abgeschlossen, die Pachtverträge für das Sportgelände wurden um 30 Jahre verlängert. Dies war nötig, um in den Genuss von Zuschüssen zu kommen. Als die Gemeinde, der Landkreis und der BLSV ihre Zusagen gegeben hatten, wurde im Herbst 1993 mit dem Abenteuer Sportheimneubau begonnen. Ende des Jahres war bereits das Dach auf dem Rohbau. Wieder einmal ließen die Mitglieder ihren Verein nicht im Stich, sie packten tatkräftig mit an. Teilweise bis zu 30 Helfer konnte man an manchen Tagen auf der Baustelle zählen. Es wurden insgesamt über 20.000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Es gab Mitglieder, die allein schon über 1.000 Stunden gearbeitet haben. Erwähnen muss man in diesem Zusammenhang auch die „grauen Panther“, eine Gruppe von Rentnern, die auch unter der Woche dafür sorgten, dass auf der Baustelle etwas voran ging. Bereist im Sommer 1994 konnten die Dusch- und Umkleideräume benutzt werden und Weihnachten 1994 konnte der FCL bereits in den nahezu fertigen und bis heute schönen Räumlichkeiten feiern. Was für eine Leistung!

Bei der offiziellen Einweihungsfeier des Sportheims im Juli 1995 wurde dem damaligen Hauptvorstand Josef Fischer von Bürgermeister Siegfried Rübensaal die Ehrenbürgerwürde verliehen. Ein Ausdruck des Dankes für das große Engagement Fischers für die Allgemeinheit. Diese Auszeichnung ist aber auch Ausdruck des stets guten Verhältnisses zwischen dem Verein FC Lengdorf und der Gemeinde Lengdorf. Seit der Gründung des FCL stand die Gemeinde unter den Bürgermeistern Deißenböck, Wurmsam, Fellermeier, Rübensaal oder jetzt Sigl den Fußballern stets aufgeschlossen und hilfreich gegenüber.

FCL-Heimkehrer Roland Wennrich übernahm 1995 das Traineramt in Lengdorf und ihm gelang es, die Mannschaft nach ein paar schwächeren Saisons wieder im Mittelfeld zu etablieren. Am Ende der Saison 1997/98 spielte der FCL wieder einmal um den Aufstieg in die Bezirksliga, verlor aber gleich das erste Duell gegen den SV Karlskron im Elfmeterschießen mit 3:5.

Nach 10 Jahren trat Anton Bauer 1996 nicht mehr als Fußballabteilungsleiter an, für ihn übernahm Anton Stangl das wichtige Amt und prägte die nächsten Jahre der Fußballer. Ihm zur Seite stand ab 1996 der 2. Abteilungsleiter Dietmar Fischer.

Die großen Baumaßnahmen waren in Lengdorf zwar abgeschlossen, aber es gab trotzdem weiterhin viel zu tun. Als die Bahnlinie Thann-Matzbach – Isen Mitte der Neunziger Jahre aufgelassen wurde, erwarb die Gemeinde Lengdorf den Bahngrund. Nun konnte auch der Bereich zwischen Schule und Sportgelände neu gestaltet werden. Neben der Schule hatte man nun ein Grundstück für einen weiteren Trainingsplatz zur Verfügung. Dieser Trainingsplatz ist mittlerweile sehr wichtig für den FC Lengdorf, wird er doch von vielen Schüler- und Jugendmannschaften genutzt.

Das Jahr 1998 stand dann ganz im Zeichen des 50-jährigen Gründungsfestes des FCL, vom 20.-25.05.1998 wurde gefeiert. Unsere F- und E-Jugend bestritt dabei ein Freundschaftsspiel gegen die Jugend des FC Bayern.

Als Josef Fischer, von allen nur Bep genannt, 1999 dann nicht mehr als erster Vorstand des Hauptvereins antrat und nach unglaublichen 38 Jahren als 1. Entscheidungsträger des Vereins zurücktrat, wurde Thomas Obermaier zu seinem Nachfolger gewählt, der bereits 1995 als 2. Vorstand in die Hauptvorstandschaft gewählt wurde und auch heute noch die Geschicke des Hauptvereins leitet. Ein weiterer Wechsel in der Vorstandschaft ergab sich im Hauptverein 2001, als sich der langjährige Kassier Ludwig Litzlbeck nicht mehr zur Wahl stellte. Sein Amt übernahm Alois Jaworeck.

Auf Roland Wennrich folgte Gerhard Huber als Trainer, der den Grundstein für den späteren größten Erfolg des FC Lengdorf legen sollte.

Zur Saison 2002/03 hieß der neue Spielertrainer Edi Weissmüller und schaffte auf Anhieb das, wovon Lengdorf nur lange träumen konnte, den Aufstieg in die Bezirksliga. Nach einem durchwachsenen Start konnte sich unsere Elf nach 17 Spieltagen den Platz an der Sonne holen und gab diesen bis zum Ende nicht mehr her. Mit einem 3:1 Erfolg in Langengeisling war der größte Erfolg des FCL perfekt und man stieg mit 5 Punkten Vorsprung zum ersten mal in die Bezirksliga auf. Die Feier samt Autokorso war danach natürlich riesig!

Nach dem Feiern kam natürlich sehr bald wieder die Pflicht. Es war klar, dass das Abenteuer Bezirksliga für die Lengdorfer nur schwer zu überstehen war. Die Truppe musste in dieser Liga sehr viel Lehrgeld zahlen und am Ende musste man den Gang nach nur einem Jahr wieder zurück in die Kreisliga nehmen. Unvergessen bleibt aber neben den teils legendären Busfahrten zu den Auswärtsspielen auch das Spiel gegen den FC Unterföhring, als man gegen die Übermannschaft der Saison und späteren Regionalligisten beinahe eine Sensation schaffte.

2004 löste Klaus Hartmann dann Anton Stangl an der Abteilungsspitze der Fußballer ab.

Nach dem Abstieg in die Kreisliga übernahm Rudi Peteranderl zur Saison 2004/05 das Zepter beim FCL, musste aber nach nur einer Halbserie den Hut nehmen. Für ihn übernahm wieder Edi Weissmüller. Dieser blieb bis zum Winter 2006, ehe er aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste. Zur Rückrunde 2006/07 sprang Roland Wennrich ein, ehe zur Saison 2007/08 Dimitrios Petkos, der von der SpVgg Altenerding kam, das Kommando bei Lengdorfs Fußballern für 2 Jahre hatte. Parallel dazu übernahm Michael Mohyla das Traineramt bei Lengdorfs zweiter Mannschaft und führte diese junge Mannschaft in den Folgejahren immer wieder in die A-Klasse, auch in seinem Abschlussjahr als Coach der Zweiten Mannschaft im Jahr 2013/14.

Das Jahr 2008 stand dann ganz im Zeichen des 60-jährigen Gründungsfestes des FCL, vom 18.-21.07.2008 wurde mit einem Zelt am Parkplatz groß gefeiert.

Nicht unerwähnt beim Spiel mit dem runden Leder darf man die Schiedsrichter lassen. Hatte der FCL über lange Jahre mit Fritz Mühlbauer (seit 1962), Alfons Zimmermann (seit 1964) und Adolf Fischer (seit 1971) nur 3 aktive Männer an der Pfeife im Einsatz, so war es ab Mitte der 90er-Jahre der neue Schiedsrichter-Obmann Willi Brambring, der für einen Aufschwung der Schiedsrichter sorgte. Seinen Höhepunkt fand dabei der FC Lengdorf im Jahr 2008, als man mit 11 aktiven Schiedsrichtern die stärkste Mannschaft im Landkreis Erding stellte.

Zur Saison 2009/10 hieß der Trainer dann wieder Gerhard Huber, der das Team wie Petkos die beiden Jahre zuvor auf einem stabilen Mittelfeldplatz führen konnte. Eng wurde es dann in der Saison 2010/11, als die Mannschaft den Kreisliga-Verbleib erst am letzten Spieltag mit einem 4:1 Erfolg gegen den TSV Wartenberg sichern konnte. Nach schier unglaublichen 30 Jahren in der Kreisliga (bzw. der damaligen A-Klasse) – nur unterbrochen durch das einjährige Gastspiel in der Bezirksliga – erwischte es zum Ende der Saison 2011/12 auch den Dino der Kreisliga, den FCL. In einer insgesamt schwachen Saison unter Coach Mike Schien lag man die gesamte Saison über immer im hinteren Bereich und am Ende konnte sich der FCL vor dem TSV Wartenberg und dem SV Eichenried nur noch in die Relegation retten. Dorf traf man im ersten und letztendlich entscheidenden Spiel in Moosburg auf den SC Kirchdorf und musste sich nach einer unterirdischen Leistung klar und deutlich mit 1:5 geschlagen geben. Der bittere Abstieg in die Kreisklasse war damit besiegelt.

Dieser Betriebsunfall sollte allerdings nur ein Jahr Bestand haben, denn mit einer jungen Mannschaft konnte der FC Lengdorf am Ende der Saison 2012/13 unter Spielertrainer Mike Schien über die Aufstiegsrelegation – Platz 2 hinter dem TSV St. Wolfgang – nach Siegen gegen den FCA Unterbruck im Elferschießen in Freising und gegen den TSV Nandlstadt in Eitting über den sofortigen Wiederaufstieg in die Kreisliga jubeln.

Mit Wojtek Wojciechowski vom FC Finsing konnte daraufhin ein absoluter Fußballfachmann als neuer Trainer für das unterfangen Klassenerhalt gewonnen werden, doch diesem blieb in Lengdorf das Glück leider fern. Nach 11 Niederlagen aus den ersten 12 Spielen schmiss dieser das Handtuch, ehe Eigengewächs Sepp Lex und zur Rückrunde Stefan Bethmann das Kommando übernahmen. Doch auch diese konnten mit nur 9 Saisonpunkten den sang- und klanglosen direkten Abstieg in die Kreisklasse nicht mehr verhindern. Der zeitgleiche Aufstieg der Zweiten Mannschaft in die A-Klasse unter Coach Michael Mohyla war für den FCL nur wenig Trost.

Nun galt es, in der Kreisklasse zur Saison 2014/15 mit Trainer Martin Ludwig einen Neuanfang zu starten. Dieser konnte in seinem ersten Trainerjahr den FCL auf Anhieb auf auf Platz 3 führen. Nach der Vorrunde 2015/16 beendete Ludwig allerdings das FCL-Kapitel und so sprang Michael Mohyla, bei Lengdorfs Reserve bereits zuvor über lange Jahre erfolgreich verantwortlich, zur Rückrunde 2016 ein und schaffte noch den 4. Platz. Ein mehr als erfolgreiches Jahr bildete dann die Saison 2016/17, als Lengdorf ein überragendes Jahr in der Kreisklasse spielte und als ungeschlagener Meister nach 3 Jahren wieder in die Kreisliga aufstieg. Als erster Spielertrainer im Tor beim FCL konnte Florian Leininger für dieses Kunststück sorgen und in der letzten Saison 2017/18 die Kreisliga souverän halten.

Nach diesen beiden erfolgreichen Jahren trat Leininger allerdings als Coach zurück und so übernimmt zur neuen Saison 2018/19 Yüksel Acipinar vom TSV Velden das Traineramt beim Kreisligisten. Die zweite Mannschaft des FCL wird seit der Saison 2014/15 von Michael Fugmann trainiert und konnte in dieser Zeit stets den Klassenverbleib in der A-Klasse sichern, was für einen stabilen Unterbau der Ersten Mannschaft natürlich äußerst wichtig ist.

Seit 2010 heißt der Abteilungsleiter Fußball erneut Anton Bauer, nachdem Klaus Hartmann nach 6 Jahren an der Spitze nicht erneut antrat.

Zudem konnten sich in den vergangenen Jahren auch die Mädels und Frauen beim FC Lengdorf als erfolgreiche Fußballerinnen etablieren und stiegen mit der Frauenmannschaft zum Ende der Saison 2016/17 erstmals in die Bezirksliga auf. Bernd Waxenberger war eine der treibenden Kräfte bei der Gründung der ersten Juniorinnenmannschaften um das Jahr 2006 und ist bis heute, mit Horst Mitscherling vom FC Hörgersdorf, für die Frauen zuständig. Nicht unerwähnt darf man hierbei Markus Schorer für den Einsatz im Nachwuchsbereich der Mädels des FCL lassen.

Allgemein ist der Fußball-Nachwuchs des FC Lengdorf die Zukunft unseres Vereins und daher sehr wichtig für die Abteilung. Hier gebührt besonders dem langjährigen Jugendleiter Willi Brambring und seinem Team ein großer Dank. Brambring war es auch, der die JFG Isental 2010 mit den Nachbarverein TSV Isen und SV Buch ins Leben ruf. Aus organisatorischen Gründen musste diese aber im Jahr 2016 wieder aufgelöst werden. Seitdem werden Spielgemeinschaften mit den umliegenden Vereinen gebildet. Aktuell sind beim FC Lengdorf 10 Jugendmannschaften im Einsatz.

2017 konnten die alten knapp 40 Jahre alten Flutlichtmasten am Hauptplatz erneuert und zudem alle alten Scheinwerfer ersetzt werden, der Trainingsplatz wurde gar mit moderner LED-Technik ausgestattet.

Sein 70-jähriges Bestehen feiern die Fußballer im Sommer 2018, genauer gesagt vom 19.-23.07.2018 mit einem bunten Festprogramm.